Workshop: KI verantworten

Wer über den KI-Einsatz im Unternehmen entscheidet, braucht mehr als ein Gefühl für Chancen und Risiken. In neun Modulen und einem Schulungstag von 6,5 Stunden arbeiten Sie an den Festlegungen, die Ihr Haus treffen muss: welche Systeme freigegeben werden, welche Daten wo zulässig sind, wie tief geprüft wird und wie Freigaben und Meldungen tatsächlich laufen. Rechtlicher Rahmen sind die KI-Verordnung und die parallel geltende DSGVO.

Das nehmen Sie mit:

  • Die Rollen Anbieter und Betreiber sicher unterscheiden und wissen, welche Pflichten daran hängen
  • Erkennen, welche Konstellationen eine vertiefte fachliche Prüfung auslösen sollten
  • Datenklassen so schneiden, dass Mitarbeitende sie im Alltag anwenden statt umgehen
  • Kontrolltiefe nach Wirkung festlegen, statt Prüfung zur Formalität werden zu lassen
  • Einen Entwurfsrahmen für die eigene KI-Regelung und die Lücken der aktuellen Lage kennen

Für wen geeignet

Zwei Gruppen, die dieselbe Grundlage brauchen: Geschäftsführung, Inhaber, Datenschutzbeauftragte und weitere Entscheidungsträger, die Verantwortung für den KI-Einsatz tragen, sowie Schlüsselrollen, die KI im Unternehmen vorantreiben, also Key User, Prozessverantwortliche, IT, Personalwesen, Compliance, Informationssicherheit, Einkauf und Qualitätsmanagement. Branchenübergreifend, ohne juristisches Vorwissen.

  • Großbetrieb: Für Führungsteams und Prozessverantwortliche, die eine unternehmensweite KI-Nutzung verantworten und intern weitertragen müssen
  • Mittelstand: Für Geschäftsführung, Datenschutzbeauftragte und Key User, die KI einführen möchten, ohne eine eigene Rechtsabteilung im Haus zu haben
  • Kleinunternehmen: Für Inhaberinnen und Inhaber, die die Verantwortung selbst tragen und wissen wollen, welche Festlegungen sie treffen müssen

Preise

Format Preis
Online, je Teilnehmer 590 €
Inhouse, ein Schulungstag, bis 10 Teilnehmende 3.900 €

Durchführung ab 5, max. 10 Teilnehmende. Die Inhouse-Pauschale gilt unabhängig von der tatsächlichen Teilnehmerzahl. Ab sieben Teilnehmenden ist die Inhouse-Buchung damit günstiger als einzelne Online-Anmeldungen. Sprechen Sie uns an, wir rechnen es Ihnen vor.

Im Umkreis von 50 km um Puchheim ist die Anfahrt inklusive, darüber hinaus berechnen wir 0,50 € pro Kilometer. Raum und Technik stellt der Kunde, Verpflegung ist nicht enthalten.

Es gibt keinen festen Kalendertermin. Nach Ihrer Anmeldung stimmen wir den Termin mit allen Interessenten ab. Bei Unterbelegung behalten wir uns eine Absage vor.

Alle genannten Preise verstehen sich netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.

Format

Alle Workshops werden von zertifizierten Experten gehalten.

Dauer: 6,5 Stunden, ein Schulungstag. Die Durchführung erfolgt in deutscher Sprache.

Alle Formate mit 5 bis 10 Teilnehmenden:

  • Online Workshop
  • Inhouse Workshop

Der Workshop arbeitet mit Praxisfällen, Vertiefungen und Transferarbeit an der eigenen Ausgangslage. Die Teilnehmerzahl bleibt deshalb bewusst klein.

Für eine nachhaltige Wissensvermittlung erhalten Sie ein Handout der Bildschirmpräsentation, ideal für eigene Notizen und die spätere Nachvollziehbarkeit der behandelten Inhalte. Bei Inhouse-Schulungen liegt es in Papierform vor, beim Online-Workshop stellen wir Ihnen rechtzeitig vor Beginn einen Download-Link bereit.

Ergänzend erhalten Sie eine umfangreiche schriftliche Teilnehmerdokumentation als PDF. Sie enthält zu jedem Modul Lernziele, Praxisbeispiele, typische Fehler, Vertiefungen und eine Checkliste, dazu einen Wissenstest mit Lösungen, ein Glossar, eine Transferkarte für die eigenen Festlegungen sowie einen Quellennachweis. Ein Anhang ordnet jedes Kapitel den passenden Präsentationsfolien zu. Auch nach dem Workshop stehen wir Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung.

Alle Teilnehmenden erhalten im Anschluss eine persönliche Teilnahmebestätigung, als Nachweis für Ihre Schulungsdokumentation.

Rechts- und Quellenstand der Unterlagen: 23. August 2026. Berücksichtigt sind die Verordnung (EU) 2024/1689 in der konsolidierten Fassung nach Verordnung (EU) 2026/1744 sowie die parallel geltende DSGVO.

Inhalt


Sie erhalten ein belastbares Grundverständnis davon, wie generative Systeme arbeiten, ohne technisch zu werden. Entscheidend ist die Konsequenz daraus: Die Unterscheidung zwischen KI-Modell und KI-System ist keine akademische Feinheit, sondern der Ansatzpunkt für die Frage, wer im Fehlerfall verantwortlich ist. Sie lernen, warum sich diese Verantwortung nicht an einen Anbieter delegieren lässt und warum das Vertrauen in ein Ergebnis eine organisatorische Frage ist, keine technische. Damit ist der Rahmen gesetzt, in dem alle weiteren Entscheidungen dieses Tages stehen.

Sie sehen die Freigabeentscheidung aus der Perspektive derjenigen, die sie treffen und verantworten muss. Sie lernen, welche Kriterien zwischen frei verfügbaren Diensten, betrieblichen Lizenzen und lokal betriebenen Lösungen unterscheiden und welche Konsequenzen daran hängen. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf Erweiterungen: Plugins, Konnektoren und Agentensysteme können zusätzliche Datenquellen anbinden, eigene Berechtigungen erhalten und selbstständig Aktionen auslösen, weshalb die Freigabe eines Basiswerkzeugs sie nicht abdeckt. In der Vertiefung geht es um Leitplanken für Pilotphasen: minimale Berechtigungen, zunächst lesende Rechte, nachvollziehbare Protokollierung und eine Möglichkeit, einzugreifen. Sie erkennen außerdem, warum nicht freigegebene Werkzeuge im Betrieb selten aus böser Absicht entstehen und was das für Ihre Steuerung bedeutet.

Sie lernen, eine Datenklassifizierung so zu schneiden, dass Mitarbeitende sie im Arbeitsalltag tatsächlich anwenden können. Eine Einteilung, die im Zweifel drei Rückfragen auslöst, wird nicht befolgt, sondern umgangen. Sie arbeiten daran, welche Datenklasse in welchem System zu welchem Zweck zulässig sein soll, und wie sich der Grundsatz der Datensparsamkeit als Arbeitsanweisung formulieren lässt statt als Prinzip. Ein eigener Punkt sind Zugangsdaten und Schlüssel, die eine Sonderbehandlung brauchen. Sie nehmen einen Entwurfsrahmen mit, der sich auf Ihre Verhältnisse übertragen lässt.

Sie verstehen, warum KI-Ausgaben systematisch falsch sein können, ohne fehlerhaft zu wirken, und welche Prüfschritte dagegen helfen. Die Führungsfrage ist dabei nicht, ob geprüft wird, sondern wie tief und durch wen. Sie arbeiten mit einer Abstufung nach Wirkung: von der einfachen Plausibilitätsprüfung bei internen Entwürfen über das Vier-Augen-Prinzip bei Außenwirkung bis zu einer definierten und nachvollziehbaren Kontrolle dort, wo Entscheidungen Menschen betreffen. Sie erkennen, dass ein abschließender Klick keine wirksame Kontrolle ist, wenn niemand die Grundlage geprüft hat, und dass mehrstufige Abläufe eigene Prüfpunkte brauchen, weil Fehler in ihnen mitwachsen.

Sie ordnen ein, in welchen Konstellationen der KI-Einsatz eine Verarbeitung personenbezogener Daten darstellt und welche Anforderungen dann parallel zum AI Act gelten. Im Mittelpunkt stehen Zweckbindung, Erforderlichkeit und die Frage, wer im konkreten Fall die Verantwortung trägt. Sie erkennen, welche Konstellationen typischerweise eine vertiefte Prüfung auslösen, bevor eine Anwendung produktiv geht. Ebenso wichtig ist die Rückseite: Woran erkennen Sie eine mögliche Datenpanne im KI-Kontext, und ist Ihr Haus so aufgestellt, dass sie rechtzeitig gemeldet werden kann.

Sie lernen, den Schutzbedarf von Informationen unabhängig vom Personenbezug zu bestimmen, weil Geschäftsgeheimnisse und vertragliche Vertraulichkeitspflichten eigenen Regeln folgen. Sie betrachten, welche Zusagen Ihr Haus gegenüber Dritten gegeben hat und ob die eingesetzten Werkzeuge damit vereinbar sind. Eine Vertraulichkeitsverletzung durch eine Eingabe ist selten spektakulär und fast immer unbemerkt, was sie besonders unangenehm macht. Sie nehmen mit, welche Festlegungen nötig sind, damit Mitarbeitende diese Grenze im Alltag überhaupt erkennen können.

Der umfangreichste Abschnitt des Tages. Sie lernen den risikobasierten Ansatz der Verordnung und die vier Regelungsbereiche kennen: verbotene Praktiken, besondere Anforderungen an bestimmte Systeme, Transparenzpflichten und die Pflicht zu Maßnahmen für KI-Kompetenz nach Artikel 4. Entscheidend ist die Rollenfrage, denn Anbieter und Betreiber tragen unterschiedliche Pflichten, und die Rolle kann sich durch eigenes Handeln verschieben. Sie ordnen ein, welche Konstellationen in Ihrem Umfeld eine fachliche Spezialprüfung auslösen sollten, und trennen dabei sauber zwischen Gesetz, interner Umsetzung und Best Practice. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EU) 2024/1689 in der konsolidierten Fassung nach Verordnung (EU) 2026/1744, die DSGVO gilt daneben unverändert weiter.

Sie arbeiten an der Frage, was Ihr Haus tatsächlich geregelt haben muss, damit Mitarbeitende sicher entscheiden können. Eine brauchbare KI-Regelung beantwortet sechs Fragen in wenigen Minuten: wo sie zu finden ist, welche Systeme und Zugänge freigegeben sind, welche Datenklassen wo erlaubt sind, welche Anwendungsfälle eine Genehmigung brauchen, was dokumentiert werden muss und wer bei Unsicherheit hilft. Sie prüfen Ihre eigene Ausgangslage gegen diese Struktur und erkennen die Lücken. Ergänzend arbeiten Sie mit zehn Sicherheitsprinzipien und der Einordnung, welche davon in Ihrem Haus verbindlich sein sollten und welche Empfehlung bleiben. Sie nehmen einen Entwurfsrahmen mit, kein fertiges Dokument, denn die Festlegungen kann Ihnen niemand abnehmen.

Sie gestalten die Prozesse, die im Ernstfall tragen müssen: Wie kommt eine Rückfrage zur Entscheidung, wer erteilt Freigaben, wie wird ein Vorfall gemeldet und was wird dokumentiert. Sie lernen, warum ein Meldeweg, der Aufwand oder Nachteile erwarten lässt, nicht genutzt wird und wie sich das vermeiden lässt. Sie betrachten die Schnittstellen zu bestehenden Prozessen in Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance, damit keine Parallelstruktur entsteht. Zum Abschluss steht die Entscheidungslogik des Kurses auf einer Seite, in einer Form, die sich unverändert an Ihre Belegschaft weitergeben lässt.

Welche Variante passt zu wem


Die Kompetenzpflicht nach Art. 4 KI-VO stellt auf Kenntnisse, Erfahrung und Einsatzkontext der jeweiligen Personengruppe ab. Eine einzige Schulung für alle bildet das nicht ab. Wir bieten deshalb drei eigenständige Varianten für drei Zielgruppen an, jede einzeln buchbar und ohne Reihenfolge: KI verstehen sensibilisiert die gesamte Belegschaft, KI sicher anwenden macht regelmäßige Nutzer handlungssicher, KI verantworten richtet sich an Führung und Schlüsselrollen. Keine Variante setzt eine andere voraus.

Variante Dauer Für wen Online je Teilnehmer
KI verstehen 2 Stunden Alle Mitarbeitenden, flächendeckende Basissensibilisierung 190 €
KI sicher anwenden 3,5 Stunden Mitarbeitende, die KI regelmäßig für ihre Arbeit einsetzen 290 €
KI verantworten 6,5 Stunden Geschäftsführung, Verantwortliche und Schlüsselrollen 590 €

Alle genannten Preise verstehen sich netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Alle Workshops werden von zertifizierten Experten gehalten und in deutscher Sprache durchgeführt, alle Teilnehmenden erhalten eine persönliche Teilnahmebestätigung für Ihre Schulungsdokumentation.

Häufige Fragen zum Tagesworkshop


Was unterscheidet diesen Tag von den beiden kürzeren Stufen?

Alle drei Stufen behandeln dieselben neun Module. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Verantwortungsperspektive: nicht welche Regel gilt für mich, sondern welche Regel muss unser Haus setzen. Die Module zum EU AI Act, zu internen Regeln und zum Freigabeprozess nehmen entsprechend den größten Raum ein.

Bekommen wir eine fertige KI-Richtlinie?

Nein. Sie nehmen einen Entwurfsrahmen und eine klare Vorstellung der nötigen Festlegungen mit. Die Entscheidungen selbst kann Ihnen niemand abnehmen, weil sie von Ihren Systemen, Prozessen und Ihrer Risikobereitschaft abhängen. Wenn Sie darüber hinaus Unterstützung möchten, sprechen wir gern getrennt darüber.

Ersetzt der Workshop eine Rechtsberatung?

Nein. Vermittelt werden Rechtsgrundlagen und eine belastbare Entscheidungslogik. Für die Bewertung eines konkreten Einzelfalls bleibt die rechtliche Prüfung erforderlich. Die Schulung ist eine Maßnahme zur Unterstützung der KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-VO. Die Teilnahme allein ist kein automatischer Nachweis, dass sämtliche organisatorischen Pflichten erfüllt sind, und für Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen können zusätzliche Anforderungen gelten.

Wir haben noch gar keine KI im Einsatz. Ist der Workshop zu früh?

Im Gegenteil. Die Festlegungen vor dem ersten produktiven Einsatz zu treffen ist deutlich einfacher, als eine bereits eingespielte Praxis nachträglich einzufangen.

Ist juristisches Vorwissen nötig?

Nein. Rechtliche Inhalte werden so weit vermittelt, wie sie eine konkrete Entscheidung auslösen. Gesetz, interne Umsetzung und Empfehlung werden dabei durchgehend getrennt ausgewiesen.

Bekommen die Teilnehmenden einen Nachweis?

Ja. Alle Teilnehmenden erhalten im Anschluss eine persönliche Teilnahmebestätigung, die Sie direkt in Ihre Schulungsdokumentation übernehmen können.

Interesse an einem Workshop? Sagen Sie uns hier, welches Thema Sie brauchen. Wir stimmen den Termin ab, sobald genügend Anmeldungen vorliegen. 

Eine Regelungslücke ist keine Freiheit


Der häufigste Trugschluss beim KI-Einsatz lautet: Wenn nichts geregelt ist, ist alles erlaubt. Tatsächlich bedeutet eine Lücke nicht Freiheit, sondern ungeklärte Verantwortung, und die liegt im Zweifel bei der Leitung. Eine brauchbare KI-Regelung erkennt man daran, dass sie sechs Fragen in wenigen Minuten beantwortet: wo sie zu finden ist, welche Systeme freigegeben sind, welche Daten wo erlaubt sind, welche Anwendungsfälle eine Genehmigung brauchen, was dokumentiert wird und wer bei Unsicherheit hilft. Wer eine dieser Antworten nicht findet, hat bereits einen Befund. Für eine erste Einschätzung ohne Aufwand steht unsere Checkliste zur Umsetzung der DSGVO bereit, ergänzt um eine eigene Checkliste zum KI-Einsatz.